wittbronsky

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Dynamisches Foto von tanzenden Figuren in wirbelnder Bewegung auf grauem Betonboden, symbolisiert Liebe als Anker im Sturm der Versprechen

Was wenn wir keine Wahl haben, weil wir ein Versprechen einlösen, an das wir uns freiwillig gebunden haben? Um der Liebe Willen?

Ein Versprechen, das man freiwillig gegeben hat, macht aus der Wahl eine Form. Nicht mehr tausend Optionen, sondern eine Richtung. Und das kann sich plötzlich anfühlen wie keine Wahl mehr, obwohl es ursprünglich die freieste Bewegung ist. So ein Versprechen beginnt oft leicht. Ein Ja, das warm ist, ein Blick, ein Satz, manchmal nur eine stille Zustimmung. Und erst später merkt man, wie ernst ...

Was bleibt wenn wir alles loslassen und uns selbst neu schreiben?

Es bleibt zuerst etwas, das wir selten aushalten: Stille ohne Kulisse. Wenn wir alles loslassen, fällt nicht nur Ballast. Es fallen auch Erklärungen. Die kleinen Namensschilder, mit denen wir uns durchs Leben bewegen: so bin ich, so war es, so muss es sein. Loslassen heißt: keine Hand mehr am Geländer, während man noch nicht weiß, wie die Treppe weitergeht. Und genau da, zeigt sich, was ...
Abstrakte Bewegungsaufnahme zweier Menschen in naher Umarmung, Sinnbild für „Liebe leben lernen“: Nähe, Wandel und Bleiben im Moment.

Ich frage mich, ob die Liebe zu leben ist, ob sie eine Stärke hat, die überlebt, ob wir über uns hinauswachsen können, um zu uns zu finden, zu dem Kern, den wir schon ein Leben lang ahnen und suchen?

Diese Frage zeigt, dass Liebe nicht eine Gefühlspfütze ist, in die man tritt und dann wird alles hell und klar. Sie ist Weg. Praxis. Etwas, das man lebt, nicht besitzt. Liebe zu leben heißt zuerst sie nicht mit der warmen Illusion zu verwechseln, die am Anfang über allem liegt. Dieses Licht zum Anfang ist schön, keine Frage. Aber seine Stärke beweist sich nicht im Leuchten, sondern im ...
verwischte bewegung im innenraum als bild für von verstimmung zu einklang und das befremdliche als schwelle

Was wenn wir in den Einklang kommen, aus der Verstimmung in die Einstimmung? Das das Befremdliche die Schwelle markiert.

Einklang als Vorgang. Wie Stimmen vor dem Konzert, dieses Chaos aus einzelnen Tönen, die erst mal gar nicht zusammenpassen. Und trotzdem ist genau das der Anfang des Konzerts. Wir haben eine zu romantische Vorstellung von Harmonie. Alles passt, alles fließt, nichts hakt. Dabei entsteht Einklang oft nicht trotz der Verstimmung, sondern durch sie. Verstimmung ist ein Hinweis. Ein inneres Aua, ...

Was wenn es nicht um dich, um mich geht sondern in unseren Herzen die Saat für eine zukünftige Menschheit sich durch die Verkrustungen der Zeit werkt?

Dann wären wir nicht die Hauptfiguren, sondern Boden. Ein Gedanke, der zugleich entlastet und fordert. Entlastet, weil dieses ewige Ich Projekt, ich muss mich finden, ich muss mich heilen, ich muss mich erklären, kurz Ruhe gibt. Fordert, weil Bodenarbeit selten glamourös ist. Man steht da, wartet, hält aus. Und genau dort entscheidet sich, ob später etwas wächst. Wenn in unseren Herzen eine ...

Was wenn wir hier untergehen um an fernen Horizonten aufzugehen? Den Schwarzmond durchqueren um von der Fülle geerntet zu werden?

Untergehen wäre dann kein Scheitern, es wäre ein Ortswechsel. Ein Verschwinden aus dem Blickfeld jener, die nur glauben, was im Scheinwerfer steht. Man geht unter wie die Sonne, nicht, weil sie aufgibt, sondern weil die Welt sich weiterdreht. Und irgendwo, hinterm Horizont, geht sie wieder auf, ohne großes Theater. Wir verwechseln das Untergehen gern mit Verlust. Dabei ist es nur eine stille ...

Was wenn wir einander bedingen um lose zu werden, so leicht sinnig, das der innere Atem flügge wird und sich aufscheint zu Gefilden, von denen wir nur verhalten zu träumen wagen?

Dann wären wir keine zwei fertigen Figuren, die sich treffen, abgleichen, ergänzen und wieder auseinandergehen wie sauber sortierte Puzzleteile. Dann wären wir eher zwei Hände an einem Knoten. Nicht um ihn fester zu ziehen, aus Angst, es könnte etwas entgleiten. Vielmehr um ihn zu lösen, bis das Seil nicht mehr schneidet. Einander bedingen, um lose zu werden. Ein schöner Widerspruch. Und ...
Ausrichtung finden: Kompass als Bild für innere Klarheit

Was, wenn unser Erwachen an die Wunden unserer uneingestandenen, echten Suche geknüpft ist – einer sehnsüchtigen, sehenden Suche nach Aufrichtung und Ausrichtung?

Dann wäre Erwachen kein Sonnenaufgang mit sauberer Horizontlinie, sondern ein Faden, der aus dem Schmerz gezogen wird. Langsam. Unaufgeregt. Und auf ein mal merkst du: Der Faden ist die ganze Zeit da. Er steckte nur fest in Stellen, die du lange übergangen hast. Unsere Wunden, sagst du. Und gleich dahinter dieses Wort uneingestanden. Das ist der Schlüssel. Denn eingestandene Wunden haben ...

Was wenn wir uns in Lichtgeschwindigkeit bewegen können ohne den Schatten einer geläuterten Vergangenheit?

Dann wären wir Raketen mit Gedächtnisverlust. Elegant, schnell, beeindruckend in der Flugbahn, aber innerlich erstaunlich windanfällig. Denn ohne den Schatten einer geläuterten Vergangenheit fehlt nicht das Gewicht, das bremst, sondern die Tiefe, die trägt. Lichtgeschwindigkeit klingt nach Erlösung. Endlich weg. Endlich voran. Endlich diese herrliche Illusion: Wenn ich nur schnell genug bin, ...

Was wenn der Schatten des anderen das eigene Licht aufleuchten lässt, bis er selbst leuchtende samtene Dunkelheit wird? Fruchtbar statt furchtbar. Nahbar statt distanziert

Dann wäre der Schatten kein Makel mehr, kein dunkler Fleck auf der Tapete des Selbstbilds. Dann wäre er Resonanzraum. Ein dunkler Raum, in dem das Licht erst merkt, dass es Licht ist, weil es nicht dauernd in der eigenen Helligkeit ertrinkt. Der Schatten des anderen. Das klingt nach Bedrohung, nach Überlagerung, nach jemandem, der sich vor deine Sonne stellt. Aber oft ist es genau ...