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reproduzierte spiritualität

inszenierte spiritualität

unterhält. sie ist glatt.sie läuft.sie lässt sich teilenund bestens vermarkten. sie passt sich an wie ein schuh, ohne druck. erkennbar an ihrer wiedererkennbarkeit.an vertrauten sätzen, schon warm, bevor man sie denkt. an gefühlen, die sofort sinn ergeben und genau deshalb nichts fordern. inszenierte spiritualität spricht den teil in uns an,der beschäftigt sein will. der erleben will, ohne ...
tau auf blatt im gegenlicht – grün im übergang

grün

wie ein vergessener gedankeder morgens sachteaus der kälte tropft ein momentim gewebe der dingegefangen zwischen nervenlinienschimmert das lichtwie ein versprechendas sich nicht festlegen will doch wo das selbstsich in formen presstverkleidet fürs auge der anderen wo absicht zum spiegel wirdund spiegel zu lüge verklebt das spürenverkrümmt sich das innerewie ein blattdas sich vor dem ...
staubfäden zwischen porzellan und licht, nahaufnahme eines übersehenen moments

verdrängung

nicht zwischen wahr und falschsondern zwischen sich und sich zwischen demwas warund demwas nicht gewesen sein darf die spinne weiß nichtsvom staub auf ihrem fadensie webtund webtund nennt es heimat der menschschaut weg streicht die erinnerung glattals wäre da nieein riss gewesen unter der glatten flächezieht es kalt wenn der nutzen süß schmecktverblasst jede form von wahrheit sie liegtunter ...

innerer garten

erde wird geöffnet.nicht aus hunger,sondern aus bereitschft. schönheit, immer nah,sie entsteht im schatten der hände,wartet im krümeligen widerstand des bodens. nahrung der seeleist kein gegenstand.sie nährt,wenn geduld warm genug wird. gefangenschaftals raum,in dem form lernt,sich selbst zu verlassen. innerer garten,kein besitz.nur arbeit,die lebt. manches erscheintohne absicht,wächst ...

leben fällt

das leben fälltnicht sanft. es kippt über dich,ohne vorwarnung,als hätte gnadekeinen platz im vokabular. unter den füßengibt die überzeugung nach,jahrelang getragen,nun porös. die erde zeigt ihre dünne haut.überall bruchlinien.überall mögliches stürzen. innen beginnt etwas zu arbeiten,kein schmerz, eherein langsames aufweichender sicherheiten. gaben werden fragil.fähigkeit zieht sich ...

sein als frage

warum ist da etwas,und nicht nichts? nicht leere, kein schweigen,nur welt,die sich zeigtund doch entzieht. was bedeutet es,zu sein? im fluss der zeitals frage,die mitgehtin jedem schritt. menschsein –als ständige annäherung,zwischen möglichkeitund verschlossenem. die welt erscheintwie ein ruf,der nicht verstummt,wenn wir nicht antworten. sein ist kein besitzen,kein wissen,kein sichern es ist ...

einschlusswelten

einschlussweltenim innern draußen verschwimmen konturenhorizont dehnt sich lautlos ausblick ins unbestimmte hineinblickenins kristallene geheimniswo licht sich brichtund dadurch verdoppelt einblick ins eigene finger umfassengrenzen halten weltund nicht-welt gleich nahgleich fern ___ text u. bild m. w,
übergang

übergang

der morgen steht stillwie ein glas teeauf dem tisch der küche kein datum tanzt für dich.uhren halten nichts aus. zwischen teegeruchund dem ersten lichtliegt das alte gewichtnoch immer dort, wo es gestern lag. der käfig ist vertraut.seine streben tragen namendie nach vernunft klingen,nach sicherheit,nach so bin ich eben. der körper weiß mehr.er zählt nicht jahre,sondern ...
restlicht

restlicht

ein feiner körperhängtaus durchsichtigem vorhabenim restlicht des tages innen ein lichtaufrechtwie eine ideedie weißdass sie kommen wird tag und nachtgehen ineinanderohne worte schatten wird dünnermacht platz für farbe das glas ruhtlicht ist anfang beides zusammenarbeitet leisean demwas kommen will ____ text u. bild m.w.

wohlbefinden

dieses leise einverstanden seinmit dem staub auf der fensterbankund den schattendie am nachmittagüber innere wände ziehen es muss nichts glänzendamit es wahr wird freudekommt nicht laut sie sitzt am rand des blickswenn das lichtein blatt nur streiftund darauseine ganze geschichte macht sie fragt auch nichtwas bleibt und warum innerer friedender den lärm im kopffür einen momentdurchs offene ...