Words

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Was wenn wir einander bedingen um lose zu werden, so leicht sinnig, das der innere Atem flügge wird und sich aufscheint zu Gefilden, von denen wir nur verhalten zu träumen wagen?

Dann wären wir keine zwei fertigen Figuren, die sich treffen, abgleichen, ergänzen und wieder auseinandergehen wie sauber sortierte Puzzleteile. Dann wären wir eher zwei Hände an einem Knoten. Nicht um ihn fester zu ziehen, aus Angst, es könnte etwas entgleiten. Vielmehr um ihn zu lösen, bis das Seil nicht mehr schneidet. Einander bedingen, um lose zu werden. Ein schöner Widerspruch. Und ...
Ausrichtung finden: Kompass als Bild für innere Klarheit

Was, wenn unser Erwachen an die Wunden unserer uneingestandenen, echten Suche geknüpft ist – einer sehnsüchtigen, sehenden Suche nach Aufrichtung und Ausrichtung?

Dann wäre Erwachen kein Sonnenaufgang mit sauberer Horizontlinie, sondern ein Faden, der aus dem Schmerz gezogen wird. Langsam. Unaufgeregt. Und auf ein mal merkst du: Der Faden ist die ganze Zeit da. Er steckte nur fest in Stellen, die du lange übergangen hast. Unsere Wunden, sagst du. Und gleich dahinter dieses Wort uneingestanden. Das ist der Schlüssel. Denn eingestandene Wunden haben ...

Was wenn wir uns in Lichtgeschwindigkeit bewegen können ohne den Schatten einer geläuterten Vergangenheit?

Dann wären wir Raketen mit Gedächtnisverlust. Elegant, schnell, beeindruckend in der Flugbahn, aber innerlich erstaunlich windanfällig. Denn ohne den Schatten einer geläuterten Vergangenheit fehlt nicht das Gewicht, das bremst, sondern die Tiefe, die trägt. Lichtgeschwindigkeit klingt nach Erlösung. Endlich weg. Endlich voran. Endlich diese herrliche Illusion: Wenn ich nur schnell genug bin, ...

Was wenn der Schatten des anderen das eigene Licht aufleuchten lässt, bis er selbst leuchtende samtene Dunkelheit wird? Fruchtbar statt furchtbar.Nahbar statt distanziert

Dann wäre der Schatten kein Makel mehr, kein dunkler Fleck auf der Tapete des Selbstbilds. Dann wäre er Resonanzraum. Ein dunkler Raum, in dem das Licht erst merkt, dass es Licht ist, weil es nicht dauernd in der eigenen Helligkeit ertrinkt. Der Schatten des anderen. Das klingt nach Bedrohung, nach Überlagerung, nach jemandem, der sich vor deine Sonne stellt. Aber oft ist es genau ...

Was, wenn das Ungefähre weitaus ungefährlicher ist als das vermeintlich Gewusste, wenn das Ungesicherte dem Leben selbst folgt, stillschweigend, weil unbedarft?

Dann wäre das Ungefähre nicht der schlampige Kumpel der Wahrheit, der mit Kaffee auf dem Hemd zu spät zur Wirklichkeit kommt. Dann wäre es ihr heimlicher Beschützer. Einer, der nicht imponieren will, einer, der einfach neben dir geht und dafür sorgt, dass du nicht an der nächsten Ecke in deine eigenen Gewissheiten rennst. Das vermeintlich Gewusste dagegen tritt oft auf wie ein Ordnungshüter. ...

Was, wenn das Herz keine Türen mehr braucht, weil es eine Lichtung geworden ist, in der sich das Unmittelbare zeigt, wie es ist?

Dann wäre das Herz kein Haus mehr. Kein Flur, keine Tür die man nur halb öffnet, damit niemand merkt, wie sehr man hofft, dass doch jemand kommt. Es wäre auch kein Museum der alten Verletzungen, in dem man Besucher bittet, leise zu sein, weil sonst der Staub der Erinnerung herumwirbelt. Eine Lichtung ist etwas Unhöfliches, im schönsten Sinn. Sie hat keine Etikette. Sie fragt nicht nach ...
reproduzierte spiritualität

inszenierte spiritualität

unterhält. sie ist glatt.sie läuft.sie lässt sich teilenund bestens vermarkten. sie passt sich an wie ein schuh, ohne druck. erkennbar an ihrer wiedererkennbarkeit.an vertrauten sätzen, schon warm, bevor man sie denkt. an gefühlen, die sofort sinn ergeben und genau deshalb nichts fordern. inszenierte spiritualität spricht den teil in uns an,der beschäftigt sein will. der erleben will, ohne ...
tau auf blatt im gegenlicht – grün im übergang

grün

wie ein vergessener gedankeder morgens sachteaus der kälte tropft ein momentim gewebe der dingegefangen zwischen nervenlinienschimmert das lichtwie ein versprechendas sich nicht festlegen will doch wo das selbstsich in formen presstverkleidet fürs auge der anderen wo absicht zum spiegel wirdund spiegel zu lüge verklebt das spürenverkrümmt sich das innerewie ein blattdas sich vor dem ...
staubfäden zwischen porzellan und licht, nahaufnahme eines übersehenen moments

verdrängung

nicht zwischen wahr und falschsondern zwischen sich und sich zwischen demwas warund demwas nicht gewesen sein darf die spinne weiß nichtsvom staub auf ihrem fadensie webtund webtund nennt es heimat der menschschaut weg streicht die erinnerung glattals wäre da nieein riss gewesen unter der glatten flächezieht es kalt wenn der nutzen süß schmecktverblasst jede form von wahrheit sie liegtunter ...

innerer garten

erde wird geöffnet.nicht aus hunger,sondern aus bereitschft. schönheit, immer nah,sie entsteht im schatten der hände,wartet im krümeligen widerstand des bodens. nahrung der seeleist kein gegenstand.sie nährt,wenn geduld warm genug wird. gefangenschaftals raum,in dem form lernt,sich selbst zu verlassen. innerer garten,kein besitz.nur arbeit,die lebt. manches erscheintohne absicht,wächst ...