Selbstwahrnehmung

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staubfäden zwischen porzellan und licht, nahaufnahme eines übersehenen moments

verdrängung

nicht zwischen wahr und falschsondern zwischen sich und sich zwischen demwas warund demwas nicht gewesen sein darf die spinne weiß nichtsvom staub auf ihrem fadensie webtund webtund nennt es heimat der menschschaut weg streicht die erinnerung glattals wäre da nieein riss gewesen unter der glatten flächezieht es kalt wenn der nutzen süß schmecktverblasst jede form von wahrheit sie liegtunter ...

innerer garten

erde wird geöffnet.nicht aus hunger,sondern aus bereitschft. schönheit, immer nah,sie entsteht im schatten der hände,wartet im krümeligen widerstand des bodens. nahrung der seeleist kein gegenstand.sie nährt,wenn geduld warm genug wird. gefangenschaftals raum,in dem form lernt,sich selbst zu verlassen. innerer garten,kein besitz.nur arbeit,die lebt. manches erscheintohne absicht,wächst ...

leben fällt

das leben fälltnicht sanft. es kippt über dich,ohne vorwarnung,als hätte gnadekeinen platz im vokabular. unter den füßengibt die überzeugung nach,jahrelang getragen,nun porös. die erde zeigt ihre dünne haut.überall bruchlinien.überall mögliches stürzen. innen beginnt etwas zu arbeiten,kein schmerz, eherein langsames aufweichender sicherheiten. gaben werden fragil.fähigkeit zieht sich ...

sein als frage

warum ist da etwas,und nicht nichts? nicht leere, kein schweigen,nur welt,die sich zeigtund doch entzieht. was bedeutet es,zu sein? im fluss der zeitals frage,die mitgehtin jedem schritt. menschsein –als ständige annäherung,zwischen möglichkeitund verschlossenem. die welt erscheintwie ein ruf,der nicht verstummt,wenn wir nicht antworten. sein ist kein besitzen,kein wissen,kein sichern es ist ...

einschlusswelten

einschlussweltenim innern draußen verschwimmen konturenhorizont dehnt sich lautlos ausblick ins unbestimmte hineinblickenins kristallene geheimniswo licht sich brichtund dadurch verdoppelt einblick ins eigene finger umfassengrenzen halten weltund nicht-welt gleich nahgleich fern ___ text u. bild m. w,

gedankenräume

gebaut aus gläsernen wänden,namen von dingen,beschriftungen auf luft. das unsichtbare gitterbesteht aus vertrauten worten,aus erklärungen,die sich aneinander schmiegenwie zähne. je mehr wissen,desto enger der raumein geflecht aus begriffen,die kein tor kennen. doch in der stille öffnet sich etwasohne tür ohne schlüssel. ein raum ohne begrenzung,den nur das loslassen betrittund die frage die ...

wer träumt …

ist gesegnetsagt der mondzu den schatten, die versuchenleise zu verschwimmen hier, wo das wachenzu dicht,zu laut geworden istwandeln die träumeals hauchdurch offene fenster, sie segnen das vergessenund feiernmit jedem,der es wagtzu fliegen wer träumt,wird nicht gemessenan dem, was warimmer an dem,was möglich bleibt. ______________ text u. bild m.w.

verschiebung

die zeit ist nur ein vorwandein schleier zwischen zuständen veränderung geschieht nichtsie geht überim augenblick des erkennens da gibt es keine streckekein wartennur das leise kippenvon wirklichkeit unzählige versionenliegen übereinanderwie durchsichtige häuteund du kannst jede berührenindem du anders hörst irgendwoein dudas schon angekommen istkein lautes rufen andershellerschwerelos ...

w orte

überwuchert von bedeutungenfrequenz erhöhungaufstieg erleuchtung liebe ein theater aus spiegelnin dem jede rollezugleich gespielt wird kein zielkein zwecknur ein ständiges strömenein schimmern im feld nicht erwachennicht rettennicht erheben nur wahrnehmensich bewegendurch bilder aus licht und staub das spiel kennt keinen ausgangkeinen abspannes trägt sich selbstdurch freude und mühedurch ...
guttun

guttun

immer wieder dieses wortguttunals ob nähe sich verteilen ließewie spielfiguren auf einem brett doch das leben schiebt selbstleise und unbeirrbarbegegnen geschiehtnicht im plansondern im zufallim übergang wer bleibt, wer gehthat eine eigene zeitunabhängig vom willenunabhängig von deutung kein mensch bringt licht oder schattener trägt nur sichwas strahlt, was störtwächst aus der eigenen ...