Wandel

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anwesenheit

ein wind weht durchs hirn.keine richtung, kein ziel. eine straße voller stimmen,gesten,erinnerungen,wie papierschnipsel im lichtkreis einer straßenlaterne. ich sehe zu, wie sie tanzen,sich überlagern, verschwinden. ein mann in mir schreit, der andere schweigt.eine frau lacht. ich bin zuschauer, der keine eintrittskarte braucht. im kopf: märkte, gespräche, verlorene uhren. ein alter freund, ...

glücksschmied

man sagt es leicht.als wäre willen genug.als reiche ein hammerund ein stück mut. doch glückist kein metall,das sich blind formen lässt. es braucht feuer.und geduld.und wissen,wann man schlagen mussund wann nicht. wer schmieden will,muss sich verbrennen lernen.muss wissen,dass nicht jedes werkstück hält.dass manches zerbricht,wenn man es zu früh biegt. man muss das material kennen und sich ...

die einen und die anderen

zuhörersind genauso programmiertwie alle anderen manchesogar noch stärker,weil sie glauben,sie hätten sich befreit. es geht nichtum schuld,nicht um bashingnur um blick. die gutentun nichts besser,sie tun etwas anderes: sie lassen das wissennicht größer werdenals das zuhören. sie halten raum,nicht richtung. sie lassen zu,dass nichts geschiehtaußer dem,was geschieht. sie hören,um zu spüren,um ...

hoffnung

nicht der lichtstrahl,sondern die schichtzwischen verzweiflung und resignation,die du dir selber legst,weil du nicht mehr weiter weißt,und weiter festhältst. sie ist kein wahres licht,sondern ein schwacher glanz,der nicht aus dir kommt,sondern aus dem versprechen,dass jemand andereses für dich tragen wird. sie ist das,was du in die leere füllst,wenn du nicht mehr glaubst,aber noch an ...

falschgebung

nicht einfach lüge,sondern die kunstdes gezielten verkennens. eine verpackungfür wirklichkeit,zugeschnittenauf absicht. und wahrnehmung?nicht neutral.niemals.ein aktzwischen welt und ich,gefiltertdurch trauma, bildschirm, narrativ. wenn falschgebung funktioniert,ist nicht die wahrheit krank sondern die sinnesind dressiert. man sieht,was man sehen soll.man glaubt,was man glauben darf. nicht ...

manchmal

wenn die welt zu laut wird,öffnet sich ein ort,den niemand siehaber jeder kennt. ein stilles heiligtum.aus licht gebaut,geflochten aus all den momenten,in denen du sanft warst,trotz des sturms. du betrittst es nicht mit schritten,sondern mit dem herzen.barfuß,unmaskiert,und still genug,um zu hören. es erzählt dir nichts neues es erinnert dich.an deine unversehrtheit.an den goldenen faden,der ...

die anderen

eine silhouette aus lärmein geflüsterter schatten im mund der menge sie sind projektionsflächemaskeund spiegel zugleichein wort mit zähnenein zeigefinger aus eisen die klugen redenscharf wie chirurgische schnittedoch sie schneiden nicht in eigenes gewebenur in das dererdie fern genug erscheinenum nicht wehzutun jede these ein schutzschildjede analyse eine fluchtjede bewertungein kleiner ...
unscharfe schatten im warmen licht, abstrahierte formen

gedankendenken

nicht alles,was sich wie du anfühlt,gehört dir. manche gedankentragen noch den staubanderer zimmer. du hast sie übernommenwie sprache.wie schultern.wie schuld. was in dir spricht,spricht nicht immer aus dir.es spricht durch dich.manchmal gegen dich. du sagst „ich glaube“und meinst „ich wiederhole“.du sagst „ich weiß“und meinst „es ist bequem“. dein denkenformt eine spur.hör aufmerksam hin. ...
unscharfe lichtspuren an wand, diffus, ohne klare form

haus ohne tür

entscheidungen warten nicht.sie bleiben nicht stehen,nur weil du zögerst. du kannst dich ducken,aber das leben geht weiter –und was du vermeidest,zieht sich ein anderes gesicht überund kommt dir erneut entgegen. nicht jede wahl muss laut sein.doch nicht zu wählenist auch eine entscheidung,eine mit laufrichtung. die konsequenzkennt keine absicht.sie folgt nicht dem willen,nur der spur. wer ...
Blick in einen Himmel zwischen Gebäudewänden – wolkenverhangen, offen

vorsätze

es beginnt oft leise.mit aufrichtigkeit,mit ideal,mit einem inneren nicken. ein schritt.noch einer.ein richtiger weg,scheinbar. doch gute vorsätzewerden schnell zu deckschichten.und unter der pflasterungbeginnt das vergessen. was lebendig war,wird zur routine.was bedeutung trug,zur norm. und irgendwannläuft man weiter,weil alle laufen.nicht weil es noch sinn macht. aus pfadenwerden ...