übergang
der morgen steht still
wie ein glas tee
auf dem tisch der küche
kein datum tanzt für dich.
uhren halten nichts aus.
zwischen teegeruch
und dem ersten licht
liegt das alte gewicht
noch immer dort, wo es gestern lag.
der käfig ist vertraut.
seine streben tragen namen
die nach vernunft klingen,
nach sicherheit,
nach so bin ich eben.
der körper weiß mehr.
er zählt nicht jahre,
sondern spannung,
zusammengezogene nächte,
verschluckte neins.
ein kleiner riss genügt.
kein aufbruch,
kein feuerwerk.
nur ein nicht mehr mitspielen
im alten reflex.
das jahr ist leer.
ein offenes gefäß
aus zeit.
was hineinfällt,
entscheidet nicht der kalender,
sondern der mut,
heute
einen zentimeter wahrer
zu stehen.
der morgen sieht zu.
und geht nicht dazwischen.
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text u. bild m.w.
