nicht zwischen wahr und falsch
sondern zwischen sich und sich

zwischen dem
was war
und dem
was nicht gewesen sein darf

die spinne weiß nichts
vom staub auf ihrem faden
sie webt
und webt
und nennt es heimat

der mensch
schaut weg

streicht die erinnerung glatt
als wäre da nie
ein riss gewesen

unter der glatten fläche
zieht es kalt

wenn der nutzen süß schmeckt
verblasst jede form von wahrheit

sie liegt
unter schichten aus rechtfertigung
aus bequemem schweigen
aus halbgedachtem glauben

nicht verloren
nur stillgelegt
wie ein zimmer
in dem das licht aus ist

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text u. bild m.w.