ein wind weht durchs hirn.
keine richtung, kein ziel.

eine straße voller stimmen,
gesten,
erinnerungen,
wie papierschnipsel im lichtkreis einer straßenlaterne.

ich sehe zu, wie sie tanzen,
sich überlagern, verschwinden.

ein mann in mir schreit, der andere schweigt.
eine frau lacht.

ich bin zuschauer, der keine eintrittskarte braucht.

im kopf: märkte, gespräche, verlorene uhren.

ein alter freund, der mir fremd ist.
ein feind, der mir gleicht.

der gott mit den staubigen sandalen.
der dämon mit dem sanften blick.

ich habe sie alle eingeladen.
keiner klopfte an.

ich laufe nicht mit.
ich schaue zu.
hinter glas.
ohne urteil.

wie regen auf einer scheibe,
tropfen rinnen, verbinden sich, lösen sich, keiner bleibt.

manchmal springe ich hinein,
vergesse das fenster,
tanze mit
und verliere mich in der musik aus lärm und sehnsucht.

dann wieder innehalten
ein erwachen ohne grund.
ich trete zurück.

die stille ist kein ton.
sie ist raum.

und irgendwo
bewegt sich etwas in mir,
das nie geschlafen hat.

kein lehrer,
kein prediger,
kein ziel.

nur eine ahnung,
die nicht endet.

ein raum,
der sich nicht schließt,
der nicht mir gehört.

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text u. bild m.w.