inszenierte spiritualität
unterhält.
sie ist glatt.
sie läuft.
sie lässt sich teilen
und bestens vermarkten.
sie passt sich an wie ein schuh, ohne druck.
erkennbar an ihrer wiedererkennbarkeit.
an vertrauten sätzen, schon warm, bevor man sie denkt.
an gefühlen, die sofort sinn ergeben und genau deshalb nichts fordern.
inszenierte spiritualität spricht den teil in uns an,
der beschäftigt sein will.
der erleben will, ohne sich zu bewegen.
der berührt sein will, ohne berührt zu werden.
wahre spiritualität hat kein interesse zu gefallen.
sie kommt ungelegen.
sie unterbricht.
zieht dir still den boden weg.
man feiert die inszenierung, weil sie bestätigt.
man ignoriert das echte, weil es verunsichert.
weil es keine sprache schenkt, die man sofort weitergeben kann.
echte spiritualität lässt sich nicht zitieren.
nur erfahren.
dann wirds still.
unprätentiös.
nicht erhaben.
ungewöhnlich leer.
viele wenden sich ab.
manche nennen es mangel.
wer bleibt, hört auf zu suchen.
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text u. bild m.w.
