mensch
ein wesen,
das frisst,
was es liebt.
das sich nährt
von der erschöpfung seiner grundlage.
nicht weil er es muss
weil er es kann.
er kolonisiert
sich selbst.
sein körper: ressource.
sein geist: verwertungsmaschine.
seine zeit: ein rohstoff für systeme,
die ihn zersetzen,
während er lacht.
er beutet die erde aus
und sich gleich mit.
stellt zäune um landschaften
und zellen um gefühle.
sagt „ich“
und meint konsummodell.
er ist wirt
und krankheit zugleich.
erschöpft sich
im versuch, zu genügen,
was er nie war.
seine ideologie: wachstum.
sein credo: optimierung.
sein verlust: das leben.
und doch
irgendwo im innersten
weiß er es.
ein leiser schmerz
im lärm des alltags.
eine frage
unter all den lösungen.
was wäre,
wenn er wieder gast würde
in sich selbst.
nicht herr,
nicht fehler,
nicht ziel,
nur teil.
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text u. bild m.w.