Die Fenster ohne Glas wissen mehr als die mit Vorhängen.
Zwischen den Rippen des zerfallenen Hauses
verläuft ein Schatten, der nie Mensch war.

Der Himmel hängt wie feuchtes Leinen über allem,
kein Licht, nur das matte Gedächtnis davon.
Irgendetwas brennt nicht mehr,
und genau das leuchtet.

Ziegel auf Ziegel, wie Jahre auf Schultern.
Neue Balkone wachsen aus altem Schmerz.

Der Wind war Architekt – damals.
Jetzt ist er nur noch ein leiser Besucher,
der die Spuren der Abwesenheit liest.

Und in der Dämmerung,
wenn die Fenster sich selbst betrachten,
scheinen sogar die Risse zu atmen.

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text u. bild m.w.