gedanken sind keine gäste
sie tragen kein gepäck
sie bringen möbel mit
und richten sich ein

sie kommen nicht laut
sie kommen wie gewohnheit
wie der ton
den man nicht mehr hört

zuerst ein flüstern
dann ein riss
dann ein ganzes system
aus wahrnehmung

und wirklichkeit

sie formen die farbe der welt
noch bevor das auge sieht

ob liebe möglich ist
ob scheitern droht
ob ein weg offen bleibt
oder längst verriegelt ist

es hängt nicht an der außenwelt
sondern am muster,
das in dir spricht

sie regieren
ohne befehl
sie flüstern
und du folgst

der schutz beginnt dort
wo du beginnst
zu lauschen
nicht blind zu glauben

wo du spürst
was aus dir kommt
und was dich nur
bewohnt

denn ein gedanke
ist kein zufall
er ist ursprung

und manchmal
auch gefängnis

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text u. bild m. w.